Zuckerflug ist eine begehbare, raumgreifende Installation aus Würfelzucker, die sich dem Betrachter durch die Bewegung im Raum schrittweise erschließt. Trotz der fragilen Struktur der im Raum schwebenden Würfel bildet ihre Gesamtheit einen komplexen Körper. Die Subtilität der Verstrebung und die dynamische Ausrichtung verleihen einen Eindruck der Schwerelosigkeit.
Hinter dem Aufbau der Arbeit steht ein langer, systematischer Prozess. Festgelegte Ausganspunkte bringen abhängig von ihren Bedingungen neue Bedingungen hervor, die das System weiter bestimmen. Es ist ein irregulär erscheinendes chaotisches Verhalten, welches jedoch den Regeln einer deterministischen Dynamik folgt.
In der Installation findet Zucker nicht nur als abstraktes Material Verwendung, sondern verweist auch inhaltlich auf eine brisante Thematik. Die Dominanz des Zuckers nimmt in unseren Nahrungsmitteln schleichend zu und führt trotz seiner Unscheinbarkeit zu einer maßlosen Präsenz. Laut Statistik Austria lag der Zuckerverbrauch in Österreich im Jahr 2008 bei 38,0 kg/Kopf/Jahr. Dem ist hinzuzufügen, dass der tatsächliche Verzehr in etwa 85% des Verbrauchs entspricht und somit 32,4 kg/Kopf/Jahr betrug.
Die Installation verkörpert die Zuckerseiten des Genussmittels, die sich in den weißen Kristallen aufzulösen scheinen.







